Reiches Erbe
Die Schweizerische Nationalbibliothek gilt als eines der wichtigsten Bauwerke des «Neuen Bauens» in Bern. Die Sanierung und Erweiterung knüpfen daran an: Die denkmalgeschützte Bausubstanz wird bewahrt, neu zur Geltung gebracht oder sorgfältig weiterentwickelt.
Die Schweizerische Nationalbibliothek wurde nach einem Entwurf der Architektengemeinschaft Alfred Oeschger, Emil Hostettler und Josef Kaufmann zwischen 1929 und 1931 erbaut und war damals eines der modernsten Gebäude der Stadt Bern. Es wurde vorwiegend aus den Materialien Beton Glas und Stahl erbaut und symmetrisch konzipiert: mit zwei Flügeln und dem achtstöckigen Bücherturm auf der Rückseite. Das Bauwerk zeugt durch seine Rasterung, Klarheit, Sachlichkeit, Funktionalität und Lichtfülle von der avantgardistischen Architektur der 1920er und 1930er Jahre. Es steht unter Denkmalschutz und ist im Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz von nationaler Bedeutung eingetragen.



Zentrales Forum
Aus dem ehemaligen Lesesaal wird ein zentrales Forum, das ebenso wie der Multifunktionsraum Platz für öffentliche Anlässe und Ausstellungen bietet.




Foyer
Im Eingangsbereich (ehemalige Bücherausgabe) entsteht ein grosszügiges Foyer, welches die Besuchenden willkommen heisst und als Teil des Forums Raum für Veranstaltungen bietet. Das charakteristische Oberlicht bleibt erhalten.




Arbeitsräume
In südseitigen Arbeitsräumen werteten einst Mitarbeitende des Statistischen Amtes die Volkszählungskarten aus, mit lärmenden Karten-Loch- und Zählmaschinen in schallisolierten Räumen. Zeitgemässe grosszügige Atelierhallen mit Arbeitsplätzen entstehen neu im unterirdischen Erweiterungsbau mit Naturlicht.




Bücherturm
Der achtstöckige Bücherturm auf der Rückseite der Nationalbibliothek wurde im Originalbau anhand der Masse eines Büchergestells geplant. Die Raumhöhe im Bücherturm beträgt teilweise nur 2,10 m – für heutige Nutzungen zu niedrig. Deshalb werden in den Mittelzonen die Stützen und Deckenbereiche entfernt, um aus jeweils zwei Ebenen überhohe Räume zu schaffen und somit ein grosszügiges Raumgefühl, während die ursprüngliche Bauweise trotzdem erlebbar bleibt.




«Kunst am Bau»
«Kunst am Bau» war schon bisher ein wichtiger Bestandteil der Schweizerischen Nationalbibliothek. Ein Fresko von Ernst Morgenthaler befindet sich bei der Loggia über dem Gartenhof West. Neu wird ein neues Zeitgenössisches Kunstwerk der Künstlerin Shirana Shahbazi bis zur Inbetriebnahme des sanierten Gebäudes im Bücherturm realisiert.

